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Ehrlichkeit im Internet, Teil 2
by Cutiepie on Nov.11, 2009, under Rhabarber rhabarber...
Na, wer hat denn nicht mehr damit gerechnet, dass ich nochmal darüber bloggen würde? Ich hab's ziemlich aufgeschoben, weil in meinem Kopf schon an die hundert verschiedene Versionen dieses Themas rumschwirrten und es für mich dann echt mühsam is, meine Gedanken in ein ordentliches Schriftstück zu verwandeln 
Was mich auch immer wieder beschäftigt ist die Ehrlichkeit in Blogs. Wie viel Privates gibt der Blogger von sich preis? Schreibt er über Neuigkeiten in seinem Freundeskreis- oder kopiert er doch nur irgendwelche Nachrichten aus dem Internet?
Mir persönlich kommt ja vor, dass einige Blogs ja umso populärer sind, je weniger Privates sie beinhalten, und je mehr sie über Alltägliches schreiben. Das ist durchaus nicht verwerflich, und natürlich gibt es auch Ausnahmen! Aber es verwundert mich doch etwas… Ein Weblog ist doch eigenltich ein online-Tagebuch..? Natürlich steht jedem frei zu schreiben, was er will… Aber was hab ich davon, in meinem Blog über Nachrichten zu schreiben und dazu zu kommentieren, die eh schon zu Tausenden auf irgendwelchen anderen Portalen stehen? Weil es für andere von Interesse ist, und sie sich dazu äußern können?
Für mich ist es wichtig, dass mein Blog persönlich, "individuell" bleibt. Ich mag mein Leben [*hust* zumindest meistens] und darüber möcht ich auch berichten. Klar war es anfangs nur etwas, das ich für mich tat; aber schnell kam die Gier nach mehr, nachdem ich die ersten Kommentare und höhere Besucherzahlen erreicht hatte 
Aber selbst wenn ich jetzt Aufträge von Trigami annehme oder "nur" irgendwelche Seiten im Internet vorstelle, möchte ich doch immer noch meine persönliche Note behalten. Schließlich ist es meine Webseite, dessen Status quo ich mir [bzw. wir uns] aufgebaut habe. Für micht macht's einfach die Mischung aus; auch dass man sowohl sich selbst treu bleibt und sich gleichzeitig weiterentwickelt.
Edit: Was mir dazu noch eingefallen ist: Wenn jemand seinen Blog ausschließlich für private Themen nutzt, um sich gewisse Dinge von der Seele zu schreiben, schließt er dieses Blog oft schnell wieder für die Öffentlichkeit. Man kann sich einfach nie sicher sein, wer sein Blog wirklich mitverfolgt und wenn dann Freunde aus dem realen Leben, Eltern, Lehrer aus der Schule undundund die ehrlichen Gedanken zu lesen kriegen, wird oft ein großes Trara veranstaltet. Das hab ich schon selber mitgemacht, und auch schon bei anderen Blogs mitgekriegt. Der einzige Ausweg davon ist, dass man sein Blog mit einem Passwort versieht, [bei Blogspot] Lesebefugnisse verteilt und somit genau kontrollieren kann, wer den Zugriff bekommt und wer nicht.
Das finde ich wirklich schade! Ich lese gern über die privaten Belange anderer Leute [wie das wieder klingt
]. Ich kann mich selbst wiedererkennen, lesen wie andere mit Problemen umgehen oder einfach Dinge aus dem Alltag erfahren. Dafür sind Blogs da! Dafür lese ich Blogs! Aber dass dann jemandem gerichtliche Schritte angedroht werden, nur weil er öffentlich über seine Freundinnen lästert, is doch ziemlich hart. Als ob es im realen Leben keine Lästereien gebe… 
Was man als Blogger jedoch immer wieder zu hören kriegt: Die Panikmache, bloß nichts über Privates zu erzählen, weil das Internet NICHTS vergisst und es JEDER lesen kann. Uuuuuuuh~
Natürlich kann man damit rechnen, dass Leute wie Arbeitgeber nach einem im Internet suchen und dann so schlimme Informationen finden, wie dass man gerne Schuhe shoppt oder sich mit seiner Schwester gestritten hat. Das sind natürlich ganz kranke Dinge, wegen denen man niemalsnienicht eingestellt wird 
Ich will damit nicht sagen, dass man Informationen freizügig preisgeben soll! Aber ich seh auch nicht ein, warum ich Angst haben soll oder mir eben gewisse Themen verbieten lassen soll, nur weil es im Internet auffindbar ist. Ganz ehrlich, da find ich die Massen an Partyfotos auf studiVZ weitaus peinlicher [für die betreffenden Personen] als die Lästereinträge über meine Eltern. Wenn ich über etwas blogge, dann steh ich auch dazu, und dass ich mit meinen Eltern nicht so gut klarkomme wie andere in ihrer amerikanischen Vorstadt-Sitcom-Welt is wahrlich kein Geheimnis…
Dazu gibt es noch Teil 1 und Teil 3 kommt noch!